Die Gäste 2026
Florence Adam
Produzentin von Derborence, le Temps des Animaux
Als Neuenburgerin aus Überzeugung und Wahlheimat wird Florence Adam in Paris geboren, wo sie zunächst ein Universitätsstudium in Betriebswirtschaft und später ein Filmstudium absolviert. Bis heute hat sie mehr als fünfzig Filme für Kino und Fernsehen produziert oder koproduziert. Zunächst arbeitet sie für die Produktionsfirma Les Productions JMH und realisiert ab 2004 die Langfilmprojekte von François Yang, Michel Rodde, Alain Margot, Jacqueline Veuve und Frédéric Baillif. 2016 gründet sie gemeinsam mit Mathieu Henchoz die Produktionsfirma JMH & FILO Films. In Neuenburg ansässig, produziert Florence Adam seither Dokumentarfilme, die unseren Blick auf die Welt verändern wollen. Dabei arbeitet sie eng mit Regisseurinnen und Regisseuren wie Séverine Barde (Greta Gratos, Grandir), Shyaka Kagame (Bounty, Imihigo, le serment rwandais) und Jacques Matthey (Un parfum de chocolat) zusammen. In den vergangenen Jahren hat sie ein neues Tätigkeitsfeld für sich entdeckt, das ihr besonders am Herzen liegt: den Tierfilm. Nach dem Erfolg des Dokumentarfilms Lynx von Laurent Geslin, den sie 2021 beim FFFH präsentiert hat, begleitet sie beim 3F2B Derborence, le temps des animaux von Vincent Chabloz, der im vergangenen August die Sektion Locarno Kids eröffnet hat.
Sarah Arnold
Regisseurin von L’Espèce explosive
Die in Zürich geborene italienisch-schweizerische Regisseurin und Drehbuchautorin Sarah Arnold verbringt einen Teil ihrer Kindheit auf einem Segelboot zwischen Afrika und Brasilien. Nach ihrem Abschluss an der École nationale supérieure d’audiovisuel (ENSAV) in Toulouse im Jahr 2006 macht sie sich schon bald als herausragende Kurzfilmregisseurin einen Namen. Ihre Filme erzählen von widerständigen Figuren und verbinden Gesellschaftssatire, formale Präzision und mutige Ausflüge ins Genrekino.Ihr erster Kurzfilm, Leçon de ténèbres (2010), wird am Filmfestival Turin ausgezeichnet. 2014 gewinnt sie in Locarno den prestigeträchtigen Pardino d’oro – den Goldenen Leoparden im Kurzfilmwettbewerb – für Totems. Im Mittelpunkt steht ein alter, rebellischer und antimilitaristischer Schriftsteller, der im Garten seines Hauses die Leiche eines Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg versteckt. Nach Parades (2017) realisiert sie 2020 L’Effort commercial, der in Clermont-Ferrand mit dem Prix France TV ausgezeichnet und für den César nominiert wird. Beim 3F2B präsentiert sie L’Espèce explosive, ihren ersten Langfilm, der im vergangenen Mai in Cannes große Aufmerksamkeit erregte und in der Sektion La Quinzaine des cinéastes gezeigt wurde. Begleitet wird sie von der Schauspielerin Ella Rumpf, die eine der beiden Hauptrollen spielt.
Emma Boumali
Schauspielerin in L’Abandon
Als begeisterte Fussballspielerin und von ihrer Mutter, die selbst Amateurtheater spielte, ermutigt, sammelt Emma Boumali ihre ersten Erfahrungen als Schauspielerin in Pas de vagues (2024), einem Drama von Teddy Lussi-Modeste. An der Seite von François Civil verkörpert sie eine Schülerin einer Klasse, deren Lehrer fälschlicherweise des Mobbings beschuldigt wird. Anschliessend spielt sie in L’Abandon (2026) von Vincent Garenq eine Schlüsselrolle: Bachira Saïdi erfindet nach einer Zurechtweisung durch ihren Lehrer eine Geschichte, die dramatische Folgen hat. Kurz darauf dreht sie Bombonera (2026) von Syrine Boulanouar, in dem sie Lisa spielt, eine vierzehnjährige Jugendliche, die sich in der stark von Männern dominierten Welt des Street-Fussballs behaupten will. Gemeinsam mit Regisseur Vincent Garenq präsentiert sie L’Abandon beim 3F2B – eine Dreherfahrung, die sie als besonders prägend beschreibt. Emma Boumali möchte ihre Karriere im Film fortsetzen, allerdings erst nach dem Abitur – wahrscheinlich parallel zu einem Studium im Sportmanagement.
Charline Bourgeois-Tacquet
Regisseurin und Drehbuchautorin von La Vie d’une femme
Geboren in Royan, studiert Charline Bourgeois-Tacquet Literatur in Paris und arbeitet anschliessend beim Verlag Grasset. Mit fünfundzwanzig Jahren erst widmet sie sich dem Film – sowohl als Schauspielerin als auch als Regisseurin. Sie spielt in Filmen von Lucas Belvaux, Mia Hansen-Løve, Olivier Assayas, Emmanuel Carrère und anderen. Autodidaktisch beginnt sie mit ihren ersten eigenen Kurzfilmen, darunter die Komödie Pauline asservie (2018) mit Anaïs Demoustier. Dieses pointierte Stück über eine junge Frau, die während den ganzen Ferien auf eine SMS wartet, wurde in Cannes im Rahmen der Semaine de la Critique gezeigt und mit dem Prix de la presse Télérama ausgezeichnet. Drei Jahre später bestätigt sie ihr Talent mit ihrem ersten Langfilm Les Amours d’Anaïs, ein Porträt einer energiegeladenen Dreissigjährigen – erneut unvergesslich gespielt von Anaïs Demoustier. Ihre Auseinandersetzung mit weiblichen Wünschen jenseits traditioneller Klischees setzt sie nun mit ihrem zweiten Langfilm La Vie d’une femme (2026) fort, der dieses Jahr im offiziellen Wettbewerb des Filmfestivals in Cannes gezeigt wurde und erneut Bourgeois-Tacquets Sinn für Humor und ihre Liebe zum Romantischen unter Beweis stellt. Beim 3F2B präsentiert sie das belgisch-französische Drama.
Vincent Chabloz
Regisseur von Derborence, le Temps des Animaux
Der 1967 in der Region Morges geborene Schweizer Filmemacher Vincent Chabloz führt ein Doppelleben. Von Beruf Tapezierer und Dekorateur, verwandelt sich der Waadtländer Handwerker in einen talentierten Tierfilmer. Seit 1990 durchstreift er unermüdlich die Juramassive und die Gipfel der Alpen, um deren wilde Tierwelt festzuhalten. Ausgebildet im anspruchsvollen Umgang mit 16-mm-Film und mit einer Bolex-Kamera ausgerüstet, ist er ein überzeugter Autodidakt mit tiefem Respekt vor der Natur. Sein ethischer Ansatz verzichtet auf jegliche Inszenierung. Mit unendlicher Geduld filmt er Wildtiere in ihrem natürlichen Lebensraum, ohne sie dabei jemals zu stören. Im Laufe der Jahre realisiert Vincent Chabloz mehrere vielfach beachtete und ausgezeichnete Kurz- und mittellange Dokumentarfilme, darunter Jura, instants volés, Les Nouveaux Castors, Premières Loges, Le Roi Pêcheur und L’Heure blanche. Dabei teilt er häufig Ansitze und Dreharbeiten mit seinem Kollegen Laurent Geslin, dem späteren Regisseur des Films Lynx. 2026 wird sein erster Langfilm Derborence, le Temps des Animaux für das Filmfestival Locarno ausgewählt. Beim 3F2B in Biel präsentiert er diesen Film gemeinsam mit seiner Produzentin Florence Adam – ein Werk, das aus acht Jahren intensiver und leidenschaftlicher Arbeit hervorgegangen ist.
Jean-Pierre Darroussin
Schauspieler in Une femme aujourd’hui
1979 gab Jean-Pierre Darroussin sein Kinodebüt in Coup de tête von Jean-Jacques Annaud. In den 1990er-Jahren übernahm er erste Hauptrollen und hat bis heute in mehr als neunzig Langfilmen mitgewirkt. Als bevorzugter Schauspieler von Robert Guédiguian, der ihn immer wieder besetzt – von Ki lo sa? bis Une femme aujourd’hui, über Marius et Jeannette, La Villa, Gloria Mundi und La Pie voleuse –, wurde er zu einer unverzichtbaren Figur des französischen Kinos. 1997 erhielt er den César als Bester Nebendarsteller für Un air de famille von Cédric Klapisch. Jean-Pierre Darroussin überzeugt seither mit zahlreichen prägnanten Rollen in On connaît la chanson von Alain Resnais, Le Goût des autres von Agnès Jaoui, der Trilogie Le Cœur des hommes von Marc Esposito, Le Havre von Aki Kaurismäki, Juliette au printemps von Blandine Lenoir oder Le Théorème de Marguerite von Anna Novion. Im Fernsehen hinterliess er zudem in der Serie Le Bureau des légendes einen bleibenden Eindruck. Auch als Regisseur tätig – 2006 realisierte er Le Pressentiment –, erfindet er sich immer wieder neu. Zurück in Biel präsentiert dieser grosse Schauspieler beim 3F2B den Film Une femme aujourd’hui von Robert Guédiguian, in dem er ebenfalls mitspielt.
Clea Eden
Co-Autorin und Schauspielerin in Fury Room
Die in Genf geborene deutsch-schweizerische Schauspielerin, Drehbuchautorin und Regisseurin Cléa Eden absolviert ihre Ausbildung an der “École de théâtre Serge Martin”. Ihr Talent entfaltet sie sowohl auf der Leinwand als auch auf der Bühne. 2014 gründet sie gemeinsam mit drei Schauspielerinnen aus ihrem Jahrgang die Compagnie Mokett, mit der sie Stücke wie Comme Foriro ou le départ und DUKUDUKUDUKU schreibt und spielt. Zwei Jahre später übernimmt sie die Hauptrolle in La Leçon (2016) von Tristan Aymon. Der in Locarno ausgewählte Kurzfilm bringt ihr beim amerikanischen Festival 24FPS den Preis als beste Schauspielerin ein. Ihre perfekte Beherrschung des Französischen und Deutschen eröffnet ihr schon bald internationale Möglichkeiten. 2022 spielt sie in Schweizerdeutsch in A Forgotten Man von Laurent Nègre die Rolle der Hélène, der Tochter eines Schweizer Botschafters. Im selben Jahr ist Cléa Eden auch in Une histoire provisoire von Romed Wyder zu sehen. Im Fernsehen wird sie einem breiten Publikum durch den Fernsehfilm Dévoilées von Jacob Berger sowie durch die erfolgreiche deutsche Serie Malibu bekannt. Beim 3F2B präsentiert sie Fury Room, einen Film nach einem Solo-Stück, das sie gemeinsam mit Fanny Krähenbühl geschrieben hat. Gemeinsam mit Andrea Marioni hat sie den Film ko-regiert und übernimmt darin die Hauptrolle. Zu diesem Anlass werden die drei Bieler Kunstschaffenden bei der Vorführung anwesend sein.
Lauriane Escaffre
Co-Regisseurin und Drehbuchautorin von L’Affaire Marie-Claire
Die in Lyon geborene Lauriane Escaffre begann zunächst ein Studium der Betriebswirtschaft. Anschliessend absolvierte sie eine Schauspielausbildung am Cours Florent und studierte Regie an der Fémis in Paris. Ab 2006 stand sie auf der Bühne und spielte in Filmen von Tonie Marshall, Liza Azuelos, Philippe Le Guay und Isabelle Brocard. Parallel dazu realisierte sie in Eigenregie ihre ersten beiden Kurzfilme, Seconde und Bon mélange pour la colle. 2014 begann ihre Zusammenarbeit mit Yvo Muller, die sich als äusserst erfolgreich erweisen sollte. 2018 führte sie gemeinsam mit ihm Regie bei dem unwiderstehlichen Pile Poil, der mit dem César für den besten Kurzfilm ausgezeichnet wurde. Das Duo setzte seine Zusammenarbeit mit La Barrette und anschliessend mit dem viel beachteten ersten Langfilm Maria rêve fort. Die romantische Komödie mit Karin Viard und Grégory Gadebois erzählt vom künstlerischen Erwachen einer Reinigungskraft an der École des Beaux-Arts. Der zweite gemeinsam mit Yvo Muller realisierte Langfilm L’Affaire Marie-Claire, wurde im vergangenen Mai im offiziellen Wettbewerb des Festival de Cannes gezeigt – beim 3F2B sind sie gemeinsam zu Gast und präsentieren ihren Neuling.
Vincent Garenq
Regisseur von L’Abandon
Geboren im Südwesten Frankreichs, studierte Vincent Garenq Regie an der Fémis, der renommierten Pariser Filmschule, und schloss diese 1993 ab. Zunächst drehte er Dokumentarfilme für das Fernsehen und arbeitete auch für Serien, unter anderem bei Sous le soleil. 2008 realisierte er mit Comme les autres seinen ersten Kinofilm, eine Tragikomödie über den Kinderwunsch eines homosexuellen Paares, gespielt von Lambert Wilson und Pascal Elbé. Ab 2011 widmete er sich Filmen über Gerichts- und Kriminalfälle, die die Öffentlichkeit bewegt haben, darunter Présumé coupable über die sogenannte Outreau-Affäre und L’Enquête (2015), der die Hintergründe des Finanzskandals um Clearstream beleuchtet und für den César für das beste adaptierte Drehbuch nominiert wurde. 2016 führte er Regie beim Fernsehfilm Au nom de ma fille, der den Kampf eines Vaters, gespielt von Daniel Auteuil, um die Verurteilung des Mörders seiner Tochter aufzeigt. Nach Tout pour Agnès (2023), einer Miniserie über das mysteriöse Verschwinden von Agnès Le Roux, zeichnet Vincent Garenq in L’Abandon (2026) die letzten Tage des Lehrers Samuel Paty nach, der von einem Dschihadisten ermordet wurde. Den in Cannes gezeigten Film stellt er beim 3F2B persönlich vor, begleitet von der Hauptdarstellerin Emma Boumali.
Jeanne Herry
Regisseurin von Garance
Es war im Mai 1990 als Jeanne Herry das Kino entdeckte. Als Tochter der Schauspielerin Miou-Miou und des Sängers Julien Clerc spielte sie in Milou en mai von Louis Malle. Später lässt sie sich am Conservatoire national supérieur d’art dramatique in Paris zur Schauspielerin ausbilden. Sie ist in mehreren Theaterstücken und Filmen zu sehen, darunter Gabrielle (2005) von Patrice Chéreau, Jean-Philippe (2006) von Laurent Tuel und J’attends quelqu’un (2007) von Jérôme Bonnell. 2009 wechselt sie hinter die Kamera und dreht ihr Debut, den Kurzfilm Marcher, in dem sie ihre Mutter inszeniert. Fünf Jahre später gibt sie mit der Krimikomödie Elle l’adore schliesslich ihr Langfilmdebut. Ein Film über einen bekannten Sänger (Laurent Lafitte), der von einer mythomanischen Kosmetikerin (Sandrine Kiberlain) verehrt wird. 2017 taucht Herry in die Welt der Fernsehserien und führt bei mehreren Episoden von Dix pour cent Regie. 2018 und 2023 war sie mit Pupille, die Geschichte eines Findelkindes von seiner Geburt bis zu seiner Adoption, und Je verrai toujours vos visages, einem Ensemblefilm über die sogenannte Wiedergutmachungsjustiz, beim FFFH zu Gast. Im Mai 2026 erreicht sie mit Garance, einem bewegenden Drama über Resilienz mit Adèle Exarchopoulos in der Hauptrolle, einen neuen Meilenstein und nimmt erstmals am offiziellen Wettbewerb des Filmfestivals in Cannes teil. Wir freuen uns sehr, dass sie nun diesen Film persönlich in Biel bei uns am 3F2B präsentieren wird.
Fanny Krähenbühl
Co-Autorin und Schauspielerin von Fury Room
Die aus Delémont stammende Schauspielerin, Regisseurin und Autorin Fanny Krähenbühl erwirbt zunächst einen Bachelorabschluss in Darstellender Kunst. Anschliessend besucht sie die Akademie des “Teatro Dimitri”, die sie 2014 mit einem Diplom abschliesst. Nach ihrem Umzug nach Biel gründet die multidisziplinäre Künstlerin die Compagnie “La Dalle” und entwickelt eindringliche Werke, die ausserhalb klassischer Bühnenräume gezeigt werden. Dazu gehört Petit Gazon, das sie 2021 gemeinsam mit Antoine Rubin realisiert und in dem sie den Schweizer Mythos des «Sauber und Ordentlich» aus dem Inneren eines Schaufensters heraus seziert. Anschliessend entwickelt sie gemeinsam mit Clea Eden und Luca Depietri Fury Room, das sie in der französischsprachigen Fassung selbst spielt, während Clea Eden die deutsche Version übernimmt. Dieses befreiende und radikal feministische Solo-Stück wird 2024 mit dem renommierten Förderpreis PREMIO ausgezeichnet. Ein Jahr später präsentiert sie erneut gemeinsam mit Clea Eden Présentation de saison, ein kurzes und ikonoklastisches Stück, das im Théâtre Nebia in Biel aufgeführt wird. Beim 3F2B begleitet Fanny Krähenbühl gemeinsam mit Clea Eden und Andrea Marioni die audiovisuelle Neuinszenierung des Stücks Fury Room, die von der RTS im Rahmen der Reihe «De la scène à l’écran» produziert wurde.
Andrea Marioni
Regisseur von Fury Room
Der in Monaco geborene Schweizer Künstler, Performer und Regisseur Andrea Marioni lebt in Biel. Er studiert Wirtschaftswissenschaften und Filmästhetik, bevor er an der HEAD – Genève seine Abschlüsse im Bereich Performance und Bildende Kunst macht. Als selbsternannter «Erforscher des Sozialen» entwickelt er hybride und subversive Projekte in Form immersiver Installationen. Dabei eignet er sich unterschiedliche künstlerische Ausdrucksformen neu an und verbindet Körperkunst, Medien-Hacking und Happening-Theater. 2022 realisiert er Braquage, eine Performance, die aus seiner Begegnung mit dem Aktivisten und ehemaligen anarchistischen Bankräuber Jacques Fasel hervorgeht. Bereits drei Jahre zuvor gründet Andrea Marioni den Kunst-Webradiosender Lumpen Station, ein regelrechtes Labor für Klang und Poesie, das seine Antenne für Künstlerinnen und Künstlern abseits des Mainstreams öffnet. Bis heute verbreitet die Plattform ihre ikonoklastischen Sendungen; gemeinsam mit Mathilde Marioni zeichnet er sich für die redaktionelle Linie verantwortlich. Beim 3F2B präsentiert Andrea Marioni seinen ersten Langfilm Fury Room, begleitet von der Ko-Regisseurin und Hauptdarstellerin Clea Eden, sowie von Fanny Krähenbühl, der Co-Autorin des Solo-Stücks, auf dem der Film basiert.
Gaël Métroz
Regisseur von À Tombeaux Ouverts
Geboren in Liddes im Wallis, studiert Gaël Métroz französische Literatur, Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität Lausanne. Für seine Kurzgeschichten und Theaterstücke erhält er mehrere Literaturpreise. Nachdem er 2004 eines seiner eigenen Theaterstücke inszeniert hat, widmet er sich dem Film und dem Journalismus. 2008 dreht er seinen ersten abendfüllenden Dokumentarfilm Nomad’s Land, der auf rund zwanzig Festivals gezeigt wird, darunter “Visions du Réel” in Nyon, das Internationale Filmfestival von San Francisco und das FFFH. In der Schweiz begeistert der impressionistische Dokumentarfilm, in dem sich Gaël Métroz auf die Spuren des Schriftstellers Nicolas Bouvier begibt, mehr als 35’000 Zuschauerinnen und Zuschauer. Als passionierter Reisender präsentiert er zudem regelmässig seine Reiseberichte im Radio und Fernsehen. Seither ist seine Filmografie um mehrere Werke gewachsen, darunter Kalash und Sâdhu, die er 2012 am FFFH präsentiert, sowie Noces Maliennes (2021). 2026 erhält er in Nyon den RTS-Preis zur Förderung des Dokumentarfilmschaffens für sein Projekt Loris, das einen blinden jungen Pianisten begleitet. Beim 3F2B präsentiert Gaël Métroz A Tombeaux Ouverts, in dem ein über neunzigjähriger ehemaliger Rennfahrer zu Ehren seiner verstorbenen Ehefrau in den Rennsport zurückkehren möchte.
Yvo Muller
Co-Regisseur und Co-Drehbuchautor von L’Affaire Marie-Claire
Der in den Niederlanden geborene Yvo Muller besitzt die schweizerische und französische Staatsangehörigkeit und schloss 1998 an der Universität Lausanne ein Studium der Betriebswirtschaftslehre ab. Der ehemalige Skilehrer absolvierte anschliessend eine Schauspielausbildung in New York. In Paris wohnhaft, spielte er in fast zwanzig Filmen mit, darunter Vénus noire von Abdellatif Kechiche, Chocolat von Roschdy Zem, Simone, le voyage du siècle von Olivier Dahan, Une Année difficile von Éric Toledano und Olivier Nakache sowie Monsieur Aznavour von Mehdi Idir und Grand Corps Malade. Auch in der erfolgreichen Serie Le Bureau des légendes war er zu sehen. 2014 begann Yvo Muller seine Zusammenarbeit mit Lauriane Escaffre. Gemeinsam schrieben und drehten sie die Kurzfilme Mustang Sally und Chèvre ou vache, die ihnen erste Bekanntheit einbrachten. Nach Pile Poil, der mit dem César für den besten Kurzfilm ausgezeichnet wurde, debütierte das Duo mit Maria rêve im Langfilm, der 2022 direkt den Publikumspreis beim Festival von Angoulême gewann. Das neue gemeinsame Werk L’Affaire Marie-Claire feierte im vergangenen Mai seine offizielle Premiere in Cannes. Yvo Muller begleitet diesen zweiten Langfilm nun beim 3F2B gemeinsam mit seiner Co-Regisseurin.
Ella Rumpf
Schauspielerin in Une espèce explosive
Die in Paris geborene und in Zürich aufgewachsene französisch-schweizerische Schauspielerin Ella Rumpf absolviert zwischen 2013 und 2015 ihre Schauspielausbildung in London am renommierten “Giles Foreman Centre for Acting”. Ihren ersten Auftritt auf der Leinwand hat sie im Kurzfilm Dehors, c’est l’été der deutschen Regisseurin Friederike Jehn. Für ihre schauspielerische Leistung im Schweizer Film Chrieg (2014) von Simon Jaquemet wird sie für den Schweizer Filmpreis als beste Nebendarstellerin nominiert. 2016 erlangt ihre Karriere internationale Aufmerksamkeit durch ihre Rolle im Horrorfilm Grave (2016) von Julia Ducournau, in dem sie die ältere Schwester der Hauptfigur spielt. 2024 gewinnt sie für ihre Darstellung einer hochbegabten Mathematikstudentin in Le Théorème de Marguerite von Anna Novion, in dem sie Jean-Pierre Daroussin gegenübersteht, den César als beste Nachwuchsdarstellerin sowie den Prix Lumières. Nach Des preuves d’amour (2025) von Alice Douard, in dem sie an der Seite von Monia Chokri spielt, teilt sie 2026 im Drama Coutures von Alice Winocourdie die Leinwand mit Angelina Jolie. Parallel dazu ist sie in renommierten Serien wie Tokyo Vice, Succession und Freud zu sehen. Beim 3F2B begleitet Ella Rumpf gemeinsam mit der Regisseurin Sarah Arnold den Film Une espèce explosive.
Vassili Schémann
Regisseur von Winter Talk
Der in Paris geborene Vassili Schémann studierte Filmwissenschaften und lernte gleichzeitig Oboe am Konservatorium. Mit einer ausgeprägten Sensibilität für die Realität absolvierte er seine Regieausbildung am “Institut National Supérieur des Arts du Spectacle et des Techniques de Diffusion (INSAS)” in Brüssel. 2020 realisierte er als Abschlussfilm den dokumentarischen Kurzfilm Autour d’eux, la nuit, ein intimes Porträt eines Chors von Bergleuten in Polen, der beim “Festival du Film de Namur” mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde. Ein Jahr später wandte er sich mit dem überzeugenden Kurzspielfilm Chronique ordinaire der Fiktion zu. Darin erzählt er die Geschichte eines jungen Diebes, der einen geistig beeinträchtigten Mann zu seinem Komplizen und Freund macht. 2026 inszeniert er sein erstes Theaterstück am “Théâtre de Poche” in Brüssel: Ligne ouverte, in dem er nächtliche Radioarchive des Senders Europe 1 aus den 1970er- und 1980er-Jahren wieder zum Leben erweckt. Als Gewinner des Forum du Bilinguisme 2026 präsentiert Vassili Schémann beim 3F2B Winter Talk, seinen neuesten Kurzfilm, der von einer zufälligen menschlichen Begegnung inmitten eines logistischen Chaos in der Weihnachtsnacht erzählt.
Claire Simon
Regisseurin von Écrire la vie : Annie Ernaux racontée par des lycéennes et des lycéens
Die in London geborene Claire Simon beginnt ihre Laufbahn als Filmeditorin unter anderem mit dem preisgekrönten Kurzfilm La Police von 1988. Erst später wechselt sie zur Regie. Als Dokumentarfilmerin des Alltags hält sie das Leben in eindrücklichen Stücken fest, darunter Les Patients (1989), Récréations (1992), ein Porträt eines Schulhofs, und Coûte que coûte (1995), die Geschichte des kafkaesken Bankrotts eines kleinen und mittleren Unternehmens. 1997 wird ihr erster Langspielfilm, Sinon, oui, in dem sie von einer vorgetäuschten Schwangerschaft erzählt, in Cannes gefeiert. Nach Ça, c’est vraiment toi (2000), den sie mit Schülerinnen und Schülern des Théâtre National de Strasbourg realisiert, präsentiert sie vor genau 20 Jahren Ça brûle (2006) beim FFFH, gemeinsam mit der jungen Schauspielerin Camille Varenne, die darin als verliebte Pyromanin brilliert. Zwischen Spiel- und Dokumentarfilm wechselnd, realisiert sie anschliessend Les Bureaux de Dieu (2008), Gare du Nord (2013) und Le Concours (2016). Nach dem bewegenden Diptychon Notre corps (2023), einer Reise zur weiblichen Intimität im Krankenhaus, dreht sie Apprendre (2024), in dem sie ein Jahr lang eine Schulklasse in einem Pariser Vorort begleitet. Heute präsentiert Claire Simon beim 3F2B Écrire la vie : Annie Ernaux racontée par des lycéennes et des lycéens, einen eindrücklichen Dokumentarfilm, der sich mit der Vermittlung des Werks der Nobelpreisträgerin Annie Ernaux an die junge Generation auseinandersetzt.