Die Gäste von 2026
Charline Bourgeois-Tacquet, Regisseurin und Drehbuchautorin von “La Vie d’une femme”
Geboren in Royan, studiert Charline Bourgeois-Tacquet Literatur in Paris und arbeitet anschliessend beim Verlag Grasset. Mit fünfundzwanzig Jahren erst widmet sie sich dem Film – sowohl als Schauspielerin als auch als Regisseurin. Sie spielt in Filmen von Lucas Belvaux, Mia Hansen-Løve, Olivier Assayas, Emmanuel Carrère und anderen. Autodidaktisch beginnt sie mit ihren ersten eigenen Kurzfilmen, darunter die Komödie “Pauline asservie” (2018) mit Anaïs Demoustier. Dieses pointierte Stück über eine junge Frau, die während den ganzen Ferien auf eine SMS wartet, wurde in Cannes im Rahmen der Semaine de la Critique gezeigt und mit dem Prix de la presse Télérama ausgezeichnet. Drei Jahre später bestätigt sie ihr Talent mit ihrem ersten Langfilm “Les Amours d’Anaïs”, ein Porträt einer energiegeladenen Dreissigjährigen – erneut unvergesslich gespielt von Anaïs Demoustier. Ihre Auseinandersetzung mit weiblichen Wünschen jenseits traditioneller Klischees setzt sie nun mit ihrem zweiten Langfilm “La Vie d’une femme” (2026) fort, der dieses Jahr im offiziellen Wettbewerb des Filmfestivals in Cannes gezeigt wurde und erneut Bourgeois-Tacquets Sinn für Humor und ihre Liebe zum Romantischen unter Beweis stellt. Beim 3F2B präsentiert sie das belgisch-französische Drama gemeinsam mit Hauptdarstellerin Léa Drucker.
Jeanne Herry, Regisseurin von Garance
Es war im Mai 1990 als Jeanne Herry das Kino entdeckte. Als Tochter der Schauspielerin Miou-Miou und des Sängers Julien Clerc spielte sie in “Milou en mai” von Louis Malle. Später lässt sie sich am Conservatoire national supérieur d’art dramatique in Paris zur Schauspielerin ausbilden. Sie ist in mehreren Theaterstücken und Filmen zu sehen, darunter “Gabrielle” (2005) von Patrice Chéreau, “Jean-Philippe” (2006) von Laurent Tuel und “J’attends quelqu’un” (2007) von Jérôme Bonnell. 2009 wechselt sie hinter die Kamera und dreht ihr Debut, den Kurzfilm “Marcher”, in dem sie ihre Mutter inszeniert. Fünf Jahre später gibt sie mit der Krimikomödie “Elle l’adore” schliesslich ihr Langfilmdebut. Ein Film über einen bekannten Sänger (Laurent Lafitte), der von einer mythomanischen Kosmetikerin (Sandrine Kiberlain) verehrt wird. 2017 taucht Herry in die Welt der Fernsehserien und führt bei mehreren Episoden von “Dix pour cent” Regie. 2018 und 2023 war sie mit “Pupille”, die Geschichte eines Findelkindes von seiner Geburt bis zu seiner Adoption, und “Je verrai toujours vos visages”, einem Ensemblefilm über die sogenannte Wiedergutmachungsjustiz, beim FFFH zu Gast. Im Mai 2026 erreicht sie mit “Garance”, einem bewegenden Drama über Resilienz mit Adèle Exarchopoulos in der Hauptrolle, einen neuen Meilenstein und nimmt erstmals am offiziellen Wettbewerb des Filmfestivals in Cannes teil. Wir freuen uns sehr, dass sie nun diesen Film persönlich in Biel bei uns am 3F2B präsentieren wird.
Andrea Marioni, Regisseur von Fury Room
Artiste visuel, performeur et réalisateur suissDer Schweizer bildende Künstler, Performer und Regisseur Andrea Marioni wurde in Monaco geboren. In Biel ansässig, studierte er Wirtschaftswissenschaften und Filmästhetik, bevor er an der HEAD – Genève seine Diplome im Bereich Performance und Bildende Kunst erwarb. Als «Erforscher des Sozialen» entwickelt er hybride und subversive Projekte in Form immersiver Installationen. Dabei eignet er sich unterschiedliche künstlerische Ausdrucksformen neu an und verbindet Körperkunst, Medienhacking und Happening-Theater. So entstand 2022 Braquage, eine Performance, die aus seiner Begegnung mit dem Aktivisten und ehemaligen anarchistischen Bankräuber Jacques Fasel hervorging. Drei Jahre zuvor hatte Andrea Marioni den Kunst-Webradiosender Lumpen Station ins Leben gerufen – ein wahres Labor für Klang- und Poesieexperimente, das seine Plattform aussergewöhnlichen Künstler:innen zur Verfügung stellt. Bis heute verbreitet die Plattform ihre ikonoklastischen Sendungen, deren redaktionelle Linie Andrea Marioni gemeinsam mit Mathilde Marioni verantwortet. Am 3F2B präsentiert Andrea Marioni seinen ersten Langfilm Fury Room, begleitet von der Co-Regisseurin und Schauspielerin Clea Eden, die die Hauptrolle spielt, sowie von Fanny Krähenbühl, der Autorin des Solo-Bühnenstücks, auf dem der Film basiert.e, Andrea Marioni est né à Monaco. Établi à Bienne, il étudie les sciences économiques et l’esthétique du cinéma, avant d’obtenir ses diplômes à la HEAD – Genève dans le domaine de la performance et des arts visuels. Se considérant comme un «explorateur du social», il met sur pied des projets hybrides et subversifs par le biais d’installations immersives. Il s’y réapproprie divers langages artistiques combinant l’art corporel, le piratage médiatique et le théâtre-happening. Ainsi crée-t-il en 2022 Braquage, une performance née de sa rencontre avec l’activiste et ex-braqueur anarchiste Jacques Fasel. Trois ans auparavant, Andrea Marioni lançait la webradio d’art Lumpen Station, véritable laboratoire de création sonore et poétique confiant son antenne à des artistes hors norme. Aujourd’hui, la plateforme diffuse toujours ses émissions iconoclastes, dont il assure la ligne éditoriale aux côtés de Mathilde Marioni. Au festival 3F2B, Andrea Marioni présente son premier long-métrage Fury Room, accompagné de la coréalisatrice et actrice Clea Eden, qui en tient le rôle principal, ainsi que de Fanny Krähenbühl, autrice du seule-en-scène dont est tiré le film.